Discussion:
deaktivierungs " Backdoors" bei exportierten Waffensystemen?
(zu alt für eine Antwort)
Michael Schmidt
2012-08-13 14:50:03 UTC
Permalink
Raw Message
Werden heute bei Waffensystemen eigentlich technische Backdoors
(heißen die so?'') eingesetzt um zu verhindern, dass diese gegen gegen
den Verkäufer oder seine Verbündeten eingesetzt werden?

Die Briten waren im Falklandkrieg nicht sehr begeistert als eines
ihrer Schiffe von den Argentiniern mit einer französischen Exocet
Rakete versenkt worden ist.

Also eine Funktionalität mit der man aus der Ferne willentlich ein
bestimmtes System deaktivieren kann wenn der Nutzer versucht es gegen
einen selbst oder einen Verbündeten einzusetzen.

Bei Mechanik schwierig vorstellbar, aber bei den vielen elektronischen
Systemen in heutigen Waffensystemen könnte ich mir das theoretisch
vorstellen, dass da ein paar Überraschungseier im Code installiert
sind und so über die Deaktivierung der IT Komponenten der Kampfwert
eines Waffensystems erheblich herabgesetzt werden kann.

Wird das denn gemacht?
Ist da was bekannt?
(sicher geht kein Hersteller damit hausieren...)

MS
Frank Hucklenbroich
2012-08-14 14:18:05 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Michael Schmidt
Werden heute bei Waffensystemen eigentlich technische Backdoors
(heißen die so?'') eingesetzt um zu verhindern, dass diese gegen gegen
den Verkäufer oder seine Verbündeten eingesetzt werden?
Angeblich haben die Chinesen in ihren Chips den Amerikanern eine solche
Backdoor untergejubelt:
http://www.cnbc.com/id/47700647/Hackers_Could_Access_US_Weapons_Systems_Through_Chip

Wie viel da dran ist, kann ich natürlich nicht sagen. Denkbar wäre es.
Post by Michael Schmidt
Die Briten waren im Falklandkrieg nicht sehr begeistert als eines
ihrer Schiffe von den Argentiniern mit einer französischen Exocet
Rakete versenkt worden ist.
Das stimmt, aber daraufhin haben die Franzosen den Briten wohl erklärt, wie
man die vorhandene Backdoor benutzt:

http://www.telegraph.co.uk/news/uknews/1387576/How-France-helped-us-win-Falklands-war-by-John-Nott.html

Wobei mir nicht ganz klar ist, ob es da tatsächlich eine explizit
programmierte Backdoor gab, oder ob die Franzosen "nur" interne Daten zur
Verfügung stellten, wie man diese Raketen am besten unschädlich macht.
Post by Michael Schmidt
Also eine Funktionalität mit der man aus der Ferne willentlich ein
bestimmtes System deaktivieren kann wenn der Nutzer versucht es gegen
einen selbst oder einen Verbündeten einzusetzen.
Bei Mechanik schwierig vorstellbar, aber bei den vielen elektronischen
Systemen in heutigen Waffensystemen könnte ich mir das theoretisch
vorstellen, dass da ein paar Überraschungseier im Code installiert
sind und so über die Deaktivierung der IT Komponenten der Kampfwert
eines Waffensystems erheblich herabgesetzt werden kann.
Das ist gut vorstellbar.
Post by Michael Schmidt
Wird das denn gemacht?
Möglicherweise.
Post by Michael Schmidt
Ist da was bekannt?
Wenn sowas bekannt würde, wäre der Hersteller auf dem Weltmarkt erledigt.
Wenn jemand etwas darüber weiß, dann höchstens die entsprechenden
Geheimdienste und eine Handvoll Entwickler. Und die dürften im eigenen
Interesse schweigen.
Post by Michael Schmidt
(sicher geht kein Hersteller damit hausieren...)
Eben. Schließlich will man seine Waffen ja exportieren.

Grüße,

Frank
Claus D. Arnold
2012-08-15 09:09:42 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Michael Schmidt
Werden heute bei Waffensystemen eigentlich technische Backdoors
(heißen die so?'') eingesetzt um zu verhindern, dass diese gegen gegen
den Verkäufer oder seine Verbündeten eingesetzt werden?
MMn müssten die Lieferanten mit dem Klammerbeutel gepudert sein, wenn
sie es nicht machen würden. Jedenfalls soweit technisch möglich. Bei
Großkampfgerät wohl kaum (Panzer, Schiffe, U-Boote), aber z Bsp. fest
in der Firmware eingebaute Funkcodes zur Selbstzerstörung von
Flugabwehrraketen sollten machbar sein und dürften vom Käufer kaum zu
finden sein.

Gruß

Claus D., alles IMHO natürlich
Heinz Schmitz
2012-08-15 10:24:34 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Claus D. Arnold
MMn müssten die Lieferanten mit dem Klammerbeutel gepudert sein, wenn
sie es nicht machen würden. Jedenfalls soweit technisch möglich. Bei
Großkampfgerät wohl kaum (Panzer, Schiffe, U-Boote), aber z Bsp. fest
in der Firmware eingebaute Funkcodes zur Selbstzerstörung von
Flugabwehrraketen sollten machbar sein und dürften vom Käufer kaum zu
finden sein.
Ein Problem dabei ist, daß Du rechtzeitig erkennen mußt, welches
Fabrikat da auf Dich abgeschossen wird. Als cleverer Gegner hat
man natürlich mehrere Typen von mehreren Herstellern im Bunker.

Mit ganz viel Pech deaktivierst Du gleich Deinen eigenen Vorrat mit.

Grüße,
H.
Claus D. Arnold
2012-08-16 10:06:05 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Heinz Schmitz
Post by Claus D. Arnold
MMn müssten die Lieferanten mit dem Klammerbeutel gepudert sein, wenn
sie es nicht machen würden. Jedenfalls soweit technisch möglich. Bei
Großkampfgerät wohl kaum (Panzer, Schiffe, U-Boote), aber z Bsp. fest
in der Firmware eingebaute Funkcodes zur Selbstzerstörung von
Flugabwehrraketen sollten machbar sein und dürften vom Käufer kaum zu
finden sein.
Ein Problem dabei ist, daß Du rechtzeitig erkennen mußt, welches
Fabrikat da auf Dich abgeschossen wird.
Ich gehe mal davon aus, dass die Bordelektronik (SAM Warner) den
richtigen Typ anzeigt.
Post by Heinz Schmitz
Als cleverer Gegner hat
man natürlich mehrere Typen von mehreren Herstellern im Bunker.
Halte ich aus verschiedenen Gründen für äußerst unwahrscheinlich.
Aber das merkst du spätestens, wenn die SAM nicht auf den Code
reagiert.
Pech gehabt. You got to expect losses.
Post by Heinz Schmitz
Mit ganz viel Pech deaktivierst Du gleich Deinen eigenen Vorrat mit.
Dass der Code _nicht_ mit dem für meinen eigenen Vorrat identisch ist,
halte ich für trivial.

Gruß

Claus D.

Loading...