Discussion:
Zum G36
(zu alt für eine Antwort)
Heinz Schmitz
2015-10-31 14:39:47 UTC
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Wenn ich das richtig mitbekommen habe, sieht die Bundeswehr
das G36 als ein nach Heisswerden um die Ecke schiessendes Teil.
Gleichzeitig sind die Saudis aber so jeck nach dem Gewehr, dass
sie sogar eine Fabrik zur Herstellung desselben bauen wollen?

Stimmt es denn nun, dass das Problem an der Munition lag,
https://www.all4shooters.com/de/Inhalte/Pro-Zone/Heckler-und-Koch-G36-Werksbesuch-caliber-Pro-Zone/

ist das Problem damit gelöst, muss das Gewehr nun nicht mehr
verschrottet werden und warum berichtet die Presse nicht darüber?

Grüße,
H.
Frank Graf
2015-11-01 12:43:44 UTC
Permalink
Hallo,
Wenn ich das richtig mitbekommen habe, sieht die Bundeswehr das G36 als
ein nach Heisswerden um die Ecke schiessendes Teil.
Gleichzeitig sind die Saudis aber so jeck nach dem Gewehr, dass sie
sogar eine Fabrik zur Herstellung desselben bauen wollen?
Stimmt es denn nun, dass das Problem an der Munition lag,
https://www.all4shooters.com/de/Inhalte/Pro-Zone/Heckler-und-Koch-G36-
Werksbesuch-caliber-Pro-Zone/
ist das Problem damit gelöst, muss das Gewehr nun nicht mehr
verschrottet werden und warum berichtet die Presse nicht darüber?
Die Presse berichtet schon darüber daß das G36 besser ist als sein Ruf:

Vom 22.04.2015:

http://www.faz.net/-gpf-82hhu

"Verteidigungsministerin von der Leyen nennt das G36 unbrauchbar.
Soldaten, die mit dem Sturmgewehr im Gefecht standen, halten die Kritik
für Unsinn - trotz bekannter Mängel. Sie vermuten andere Interessen
hinter der Debatte."

Vom 14.10.2015:

http://www.faz.net/-gpg-88zpc

"Die Mehrheit der Bundeswehrsoldaten, die oft im Einsatz sind, haben
keine Probleme bei ihrem Gewehr festgestellt. Vielmehr loben sie ihre
Waffe, berichtet eine Kommission. Besonders eine Eigenschaft hoben sie
hervor."

Vom 19.04.2015:

http://www.faz.net/-gpg-82ci5

"Falls die Bundeswehr tatsächlich das G36 ausmustert, sollten sich leicht
Abnehmer finden: Die Kurden im Nordirak sind begeistert von der Waffe,
und auch in anderen EU-Ländern hat man bisher keine Probleme bemerkt."

Vom 21.04.2015:

http://www.faz.net/-gqi-82ftk

Bei Vergleichen wurden MGs mit dem G36 verglichen:

"Bei den Tests hatte die Wehrtechnische Dienststelle (WTD) 91 Meppen
darauf verzichtet, das bauähnliche leichte Maschinengewehr (MG) 36 von
Heckler & Koch zu testen. Das Gewehr war von der Bundeswehr Mitte der
90er Jahre formell in der Bundeswehr eingeführt worden. Von G36
unterscheidet es sich laut Herstellerangaben nur durch die Dicke des
Gewehrrohres."


Ich sehe die Hauptschuld bei der Bundeswehr. Für mich stellt sich die
Frage ob H&K ein Produkt mit den vereinbarten Eigenschaften geliefert hat
oder nicht. Ob die Produkteigenschaften klar definiert wurden weiß ich
nicht, das könnte ein Problem sein.

Wieso hat die Bundeswehr die Gewehre nicht gleich nach Lieferung
bemängelt?


Frank
Heinz Schmitz
2015-11-02 11:09:28 UTC
Permalink
Frank Graf wrote:

Danke für Deine ausführliche Quellen-Sammlung.
Post by Frank Graf
Wieso hat die Bundeswehr die Gewehre nicht gleich nach Lieferung
bemängelt?
Wenn es nur ein Problem mit der Munition eines bestimmten Herstellers
gab, wäre es schon verständlich, dass die Zuordnung des Fehlers nicht
gleich richtig erfolgte. Sowas muss erstmal herausgefunden werden.
Leider reden/schreiben Viele dann lieber, als zu analysieren :-(.

Grüße,
H.
Gernot Zander
2015-11-03 16:49:12 UTC
Permalink
Hi,
Wenn ich das richtig mitbekommen habe, sieht die Bundeswehr das G36 als
ein nach Heisswerden um die Ecke schiessendes Teil.
Gleichzeitig sind die Saudis aber so jeck nach dem Gewehr, dass sie
sogar eine Fabrik zur Herstellung desselben bauen wollen?
(Zitate)

Nu muss man sich überlegen, was das Ding denn tun soll.
Wenn ich in die Nachrichten schaue und sehe, was die da tun mit ihren
Waffen in Krisenzonen, oder wenn ich lese "mehrstündiges Feuergefecht,
es gab 2 Tote", dann sollte klar sein: Auf Zielgenauigkeit kommt es
überhaupt nicht an. Es wird über eine Sandsackbarriere in die Straße
geballert ohne zu zielen. (Und auch Artillerie wird nicht nennenswert
anders eingesetzt.) Da ist also vielleicht Zuverlässigkeit gefragt,
Mannstopwirkung bei einem Streifschuss, aber nicht mehr. Der Fall,
dass man in Ruhe zielt und einen Gegner erschießt, kommt offenbar
nicht vor, und wenn, ruft man einen Scharfschützen, der hat dann
eine andere Waffe.

*) Das kam schon im WWII nur im Ausnahmefall vor. Wo sowas vorkommt
ist, wenn ein Sonderkommando einen bestimmten Gegner ausschalten
soll, wie Bin Laden vielleicht. Aber die kommen nicht mit G36 (und
wenn, ist es nicht heißgeschossen).

Nun mag sein, dass eine bestimmte Zielgenauigkeit in der Ausschreibung
stand. Die kann man dann als Joker vorschieben, um jemanden aus dem
Vertrag zu werfen. Wenn man will. Offenbar will jemand.

mfg.
Gernot
--
<***@gmx.de> (Gernot Zander) *Keine Mailkopien bitte!*
echo '#! /bin/sh\necho This program requires Microsoft Windows' > `which emacs`
Heinz Schmitz
2015-11-04 13:14:57 UTC
Permalink
Post by Gernot Zander
Nu muss man sich überlegen, was das Ding denn tun soll.
Wenn ich in die Nachrichten schaue und sehe, was die da tun mit ihren
Waffen in Krisenzonen, oder wenn ich lese "mehrstündiges Feuergefecht,
es gab 2 Tote", dann sollte klar sein: Auf Zielgenauigkeit kommt es
überhaupt nicht an.
Das denke ich nicht. Mit einem "zielgenauen" Gewehr brauchst Du
vielleicht drei Schuss, mit einem Streuprügel das ganze Magazin.
Post by Gernot Zander
...
Nun mag sein, dass eine bestimmte Zielgenauigkeit in der Ausschreibung
stand. Die kann man dann als Joker vorschieben, um jemanden aus dem
Vertrag zu werfen. Wenn man will. Offenbar will jemand.
Lies mal das:
https://www.all4shooters.com/de/Inhalte/Pro-Zone/Heckler-und-Koch-G36-Werksbesuch-caliber-Pro-Zone/

Diese Teile sind wohl heute alle das Ergebnis von sehr spezieller
Technologie.

Grüße,
H.

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